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Kaninchen halten ist schön,

Rasse-Kaninchen züchten ist schöner,

Gute Rasse-Kaninchen züchten ist Kunst !

Bewertungsskala

 

1. Gewicht                                     20 Punkte

 2. Körperform, Typ und Bau     20 Punkte

3. Fellhaar                                     15 Punkte

4. Kopfzeichnung                       15 Punkte

5. Rumpfzeichnung                    15 Punkte

6. Farbe                                          10 Punkte

7. Pflegezustand                            5 Punkte



1. Gewicht

Mindestgewicht 5000g


5000g                   15 Punkte

bis 5250g             16 Punkte

bis 5500g             17 Punkte

bis 5750g             18 Punkte

bis 6000g             19 Punkte

über 6000g           20 Punkte ( Normalgewicht )

Höchstgewicht unbegrenzt, in Zukunft 10.000g


2. Körperform, Typ und Bau

Dem Gewicht entsprechende Größe und Länge soll der Riesenschecke besitzen. Auf dem Tisch ausgerollt soll die Körperlänge des Kaninchens bei Normalgewicht, gemessen von an Körper angelegter Blume bis zur Nasenspitze, 68cm und mehr betragen.

Eine Körperlänge unter 64cm ist ein schwerer Fehler.

Die Körperform ist gestreckt und walzenförmig mit gerader Rückenlinie und hinten gut abgerundet. Vorne und hinten soll der Körper gleich breit sein.

Die Vorderläufe sollen kräftig sein und einen guten Katzentritt zeigen. Die Stellung soll halbhoch mit ausreichend Bodenfreiheit sein. Die übertrieben hohe Stellung des Hasentyps ist aber zu vermeiden.

Die Blume ist der Körpergröße angepasst und ist dementsprechend lang. Sie wird am Körper getragen. Versteifungen oder eine Drahtblume sind zu vermeiden.

Der Kopf soll in einem harmonischen Verhältnis zur Körpergröße stehen. Der Rammlerkopf ist markanter und kräftiger als der Häsinnenkopf, so dass die Geschlechter am Aussehen unterschieden werden können.

Die Ohren sind kräftig, der Größe des Tieres entsprechend und werden gut getragen. Die Länge soll ca. ein viertel der Körperlänge betragen also 17 bis 18cm.

Ohrenlängen unter 15cm sind ein schwerer Fehler.

Häsinnen dürfen eine nicht zu große, gut geformte Wamme haben.

Leichte Fehler sind, neben den Allgemeinen leichten Fehlern, leichte Abweichungen vom Typ wie z.B. Abweichungen von der Normal- bis zur Mindestlänge oder tiefe Stellung. Nicht entsprechend ausgeprägte Kopfbildung. Dünne, faltige oder etwas kurze, nicht der Körpergröße entsprechende Ohren.

Schwere Fehler sind, neben den Allgemeinen schweren Fehlern, die Körperlänge unter 64cm. Stark vom Rasse- bzw. Geschlechtstyp abweichende Kopfbildung. Ohrlänge unter 15cm. Gänzlich abweichende Tragweise der Ohren.


3. Fellhaar

Das Fellhaar ist mittellang, gut und gleichmäßig begrannt und mit dichter Unterwolle versehen. Die Ohren sind gut behaart.


4. Kopfzeichnung

Diese besteht aus dem Schmetterling, den Augenringen, den Backenpunkten und den Ohren. Der Schmetterling soll gut ausgeprägt sein. Dazu gehören ein schön abgerun­deter Dorn und volle Flügel, die den Unterkiefer beidseitig einfassen. Die Augenringe sind geschlossen und gleichmäßig breit. Die Backenpunkte stehen frei unter den Au­genringen, sie sind rund oder oval geformt. Der Ohrenansatz ist an der Wurzel scharf abgegrenzt.

Leichte Fehler: Gezackter Schmetterling, unschöner Dorn, einseitiges Fehlen der Un­terkiefereinfassung. Ungleichmäßige oder grobe Augenringe, unreiner Ohrenansatz, unreiner Kopf (Spritzer).

Schwere Fehler: Unvollständiger Schmetterling; fehlender Dorn; große Zacken in den Schmetterlingsflügeln. Gänzlich fehlende seitliche Unterkiefereinfassung. Am Unter­kiefer geschlossene Einfassung.

Ein- oder beidseitig anhängender Backenpunkt; Feh­len eines oder beider Backenpunkte; ein- oder beidseitig doppelter Backenpunkt.

Nicht geschlossener Augenring.

Zusammenhängen von Augenringen mit dem Schmetterling oder der Ohrenzeichnung.


5. Rumpfzeichnung

Die Rumpfzeichnung wird gebildet vom Aalstrich und der Seitenzeichnung. Der Aal­strich verläuft glatt und gleichmäßig breit (etwa 3 cm) vom Genick bis zur Blumenspitze.

Die Seitenzeichnung besteht aus einzeln stehenden, nicht zu großen Flecken von etwa 3 cm Durchmesser, sie sind auf beiden Seiten des Körpers auf Flanken und Schenkeln gleichmäßig verteilt. Auf beiden Seiten werden dort etwa 6-8 Seitenflecken gewünscht.

(etwa vorhandene Flecken an Brust, Bauch, Läufen und Unterseite der Blume bleiben unberücksichtigt).

Leichte Fehler: Gezackter oder ungleichmäßiger, breiter oder schmaler Aalstrich. Unter­brechung des Aalstriches vom Genick bis zum Ende der Schulterblätter oder vom Ansatz der Blume bis zur hochgelegten Blumenspitze. Am Aalstrich leicht anhängende Seiten­zeichnung; schwache, volle oder ungleichmäßige Seitenzeichnung.

Anlage zur Kettenzeichnung (mehr als ein am Körper freistehender Kettenpunkt auf ei­ner Körperseite oder beidseitig). Genickpunkte, die vom Aalstrich weniger als 2 cm ent­fernt sind, gelten nicht als Kettenpunkte.

Schwere Fehler: Deutlich sichtbare Unterbrechung des Aalstriches zwischen den Schulterblättern und der hochgelegten Blumenspitze.

Starkes Zusammenhängen der Seitenzeichnung mit dem Aalstrich. Sattel- oder Mantelzeichnung.

Mehr als zwei frei­stehende Kettenpunkte auf einer Seite, weniger als drei Seitenpunkte oder Seitenfle­cken auf einer Seite.

Gänzliches Fehlen eines Zeichnungsmerkmales.


6. Farbe

Anerkannt sind die Farbenschläge schwarz-weiß, blau-weiß und havannafarbig-weiß.

Die Grundfarbe, mit gutem Glanz versehen, ist rein weiß. Ebenso weiß ist hier die Un­terfarbe, die sich von der Grundfarbe nicht unterscheidet. Die Zeichnungsfarbe schwarz, blau oder havannafarbig, ist rein und nicht mit andersfarbigen Haaren durch­setzt.

Kleine weiße Flecken im Genick und im Aalstrich vom Genick bis zum Ende der Schulterblätter sowie im Bereich der Blume bis zur hochgelegten Blumenspitze bleiben unberücksichtigt.

Bei schwarz-weißen Tieren sind die Augen braun, bei havannafarbig-weißen Tieren braun, leicht rot durchscheinend, bei blau-weißen Tieren blaugrau.

Die Krallen sind pig­mentlos (weiß).

Leichte Fehler:

Grundfarbe mit gelblichem Anflug. Unreine oder mit weißen Haaren leicht durchsetzte Zeichnungsfarbe und Ohrenränder. Fleischfarbiger Lippenspalt. Kleine weiße Büschel/Flecken in den Augenringen im Bereich des Augenringzackens oder in den Seitenzeichnungspunkten.

Schwere Fehler:

Stark mit weißen Haaren durchsetzte, unreine Zeichnungsfarbe. Zweierlei Zeichnungsfarben. Weiße Nasenspitze, weißer Lippenspalt. Weiße Flecken im Schmetterling, im Augenring (außer im Bereich des Augenringzackens), in der Oh­renfarbe oder im Aalstrich mit Ausnahme des Bereichs der Schulterblätter und der Blu­me.

Andere als die geforderte Augen- oder Krallenfarbe.


Rassebeschreibung

Die Deutsche Riesenschecke


Vergleichen wir heute ein Wildkaninchen mit einem
Riesenschecken-Kaninchen, so wird uns die großartige
züchterische Leistung unserer Vorfahren bewusst. Hier muss
den Scheckenzüchtern der Vergangenheit ein großes Lob ausgesprochen werden.

Inzwischen ist es möglich, Tiere mit einer 20er Form und
vollendeten Rassemerkmalen zu züchten. Trotzdem sollten
wir unsere Augen vor einer eventuellen Überzüchtung
dieser schönen Rasse nicht verschließen.
 Es gibt zu viele
Tiere mit schlechter Ohrenstellung, offenen Läufen, Missbildung der Geschlechtsteile,tränenden Augen, ausgeprägter Krankheitsanfälligkeit (Schnupfen), obwohl die
Fruchtbarkeit gegenüber bestimmten Rassen gut ist.

Zu Beginn des Jahres werden die Zuchttiere ausgesucht. Um einer drohenden
Degeneration des Zuchtstammes zu begegnen und um den schlechter werdenden
Umweltbedingungen Rechnung zu tragen, sollten die auserwählten Tiere völlig gesund
und von robuster Natur sein. In diesem Zusammenhang ist es besser, mit wenig, aber
gesunden Ausgangstieren ins neue Zuchtjahr zu starten. Hier begangene Fehler holen
den Züchter immer wieder ein.

Die Stallkapazitäten aller Scheckenzüchter können eigentlich nicht groß genug sein,
dennoch muss man den erforderlichen Zeitaufwand mit der zur Verfügung stehenden
Freizeit in Einklang bringen. 35 Boxen, 10 Zuchthäsinnen und 2-3 sehr gute Rammler
bilden eine gute Basis und lassen unser Hobby nicht in Stress ausarten. Allerdings muss
der Züchter bei relativ wenig Buchten ein Meister des Selektierens sein.

Größe und Gewicht
Das Normalgewicht der Riesenschecken liegt bei 6,0 kg und ist nach oben unbegrenzt.
Damit es keine Gewichtsprobleme gibt, sollten Zucht- und Ausstellungstiere wenigstens
7,0 kg wiegen. Sie entsprechen eher der gewünschten Körperlänge von 65 bis 68 cm.
Leider wird oft nicht genug auf die Körperlänge geachtet. Die Folge sind kleine, viel zu
kurze Tiere. Gerade kurze, dicke Rammler zeigen oft breite Köpfe, kräftige Läufe und ein
rundes Becken.
Dieses imposante Erscheinungsbild lenkt oft von der erforderlichen Länge

ab, so dass zu kurze Tiere oft nicht entsprechend bewertet werden. Es würde der Rasse
sicherlich gut tun, wenn ab und zu der Zollstock benutzt würde.
Was das Wachstum
anbetrifft, so ist es bei guter Fütterung möglich, dass frohwüchsige Tiere mit 6 Monaten 6 kg wiegen, wobei die monatliche Zunahme jeweils 1 kg beträgt. Tiere mit
Gewichtsproblemen sind oft ingezüchtet, so dass kurze und leichte Tiere fallen. Hier
empfiehlt es sich, einen großrahmigen Rammler einzusetzen.

Körperform und Bau
Die Körperform entspricht in etwa der des Deutschen Riesen, wobei sie aufgrund des
niedrigeren Vollgewichtes nicht ganz so wuchtig ist. Gewünscht wird eine gestreckte,
hochgestellte Walzenform mit guter Bemuskelung und Knochenstärke. Wie durch die
Länge bereits vorgegeben soll der Körper, bei entsprechender Breite und Tiefe, gestreckt
sein. Etwas mehr Beachtung ist dabei der Breite zu schenken. Noch zu viele Tiere sind
nach vorne verjüngt. Das Becken soll gut abgerundet sein. Hochstehende Beckenknochen
sollten ganz aus den Zuchten verschwinden, da es genügend runde Tiere gibt. Die Läufe
werden kräftig und gerade gefordert, denn so wird einem möglichen Durchtreten
größtenteils vorgebeugt. Die Vorderläufe dürfen nicht zu kurz sein, denn sie geben dem
Bauch die ausreichende Bodenfreiheit. Das bedeutet, die Riesenschecken sollen eine
hohe, aber keine übertrieben hohe Stellung zeigen. Durch entsprechendes Dressieren
erreicht man diese hohe Stellung nicht, denn die Stellung ist fast ausschließlich erblich
bedingt. Diese hohe Stellung ist besonders bei Häsinnen wichtig, denn wenn sie sich auf
dem Tisch schön zeigt, stört eine kleine Schwalbennestwamme kaum.
 
Außerdem werden
bei den Riesenschecken der Kopf und die Ohren in der Position Körperform beurteilt. DerKopf ist entsprechend der Größe breit mit vollen Backen. Schon an der Kopfform sollten
Rammler und Häsinnen klar erkennbar zu unterscheiden sein. Wer in seiner Zucht die
Kopfform verbreitern möchte, sollte wissen, dass besonders die Mütter bei entsprechender
Veranlagung ihren Söhnen den breiten Rammlerkopf vererben. Bei Jungrammlern sollte
sich die breite Kopfform bereits mit dem vierten Monat andeuten. Allerdings verfügen
Mütter mit dicken Köpfen über viele männliche Hormone, was sich oft auf Mutterinstinkte
und Milchreichtum negativ auswirkt. Außerdem neigen Rammler mit extrem männlichem
Kopf oft zu tränenden Augen und Hängehoden.

Die Ohren stehen straff aufrecht, müssen recht kräftig, dickfleischig und gut behaart sein
und in ihrer Länge und Breite der Größe des Tieres entsprechen. Weiter wird gewünscht,
dass die Ohrhaltung einer römischen Fünf (V) entspricht. Hierbei ist zu beachten, dass sie
im Ansatz eng aneinander stehen. Man kann dies am besten feststellen, wenn man den
Finger zwischen die Ohren schiebt. Ein fest angesetztes Ohr wird niemals flattrig oder
kippen. Wünschenswert ist eine Ohrlänge von 17 bis 19 cm. Auch hier sollte öfters der
Zollstock zur Hilfe genommen werden – sowohl vom Züchter als auch vom Preisrichter.
Leider ist oft zu beobachten, dass lange Ohren sehr breit getragen werden, was bei der
Nachzucht zu einseitigen Kippohren führen kann. Ursache ist sicherlich die mangelnde
Stabilität der Ohrwurzel. Hier gilt es für die Züchter etwas zu verbessern, was beim
Deutschen Riesenkaninchen bereits erreicht ist. Erwähnenswert ist noch, dass Kälte das
Längenwachstum der Ohren negativ beeinflusst. Wärme dagegen beschleunigt diesen
Prozess. Hierbei ist oft zu beobachten, dass Jungtiere die Ohrenden leicht hängen lassen.
Dies ist völlig unbedenklich und verschwindet wieder.

Wer seine Nachzucht formlich verbessern möchte, sollte bedenken, dass die Eltern den
Nachkommen nicht mehr geben können, als sie selbst besitzen. Deshalb ist es besser,
man verpaart „19 x 19“ als „18 x 19“, da sich so die gute Form einigermaßen im
Zuchtstamm festigt. Auf eine sehr gute Form sollten alle Scheckenzüchter großen Wert
legen, ehe sie an die Verbesserung der Rassemerkmale denken. Hochstehende
Beckenknochen sollten der Vergangenheit angehören. Schwieriger ist es mit der Wamme.
Aber auch dieser Fehler kann ausgemerzt werden, wie es bei vielen Deutschen Riesen
bzw. Riesenschecken zu sehen ist. Man sollte es mit einem Rammler probieren, der von
einer wammenfreien Häsin abstammt und der fest im Fell sitzt. Mitunter wird behauptet,
Wammenträger seien die besseren Mütter, was sich insbesondere durch großen
Milchreichtum äußern soll. Kaninchen die schlecht fressen, neigen kaum zu einer großen
Wamme. Mitunter zeigen sie sich auch wammenfrei. Sicherlich verfügen diese schlechten
Futterverwerter über wenig Milch. Handelt es sich dagegen um ein wammenfreies Tier mit
großem Appetit, so besteht gegenüber einem Wammenträger hinsichtlich der
Milchergiebigkeit sicherlich kein Unterschied.

Das lose Brustfell kommt oft durch mangelnde Bewegung und mit zunehmendem Alter.
Das Alter ist zwar nicht aufzuhalten, aber für die Bewegung kann der Züchter etwas tun.
Hier bietet sich in der Stallung ein Ruhebrett in halber Höhe an. Dieses wird von den
Kaninchen gerne angenommen, denn sie sind von der Anatomie her Springtiere.
Außerdem bewirkt dieses Ruhebrett eine kräftigere Bemuskelung und beugt
durchgetretenen Läufen vor.

Das Fell
wird im Standard in einem Satz beschrieben. Es ist mittellang, gut und gleichmäßig
begrannt und mit dichter Unterwolle versehen. Das größte Problem stellt dabei wohl die
dichte Unterwolle dar. Da der Scheckenzüchter auf so viele Eigenschaften achten muss,
wird das Fell gerne etwas vernachlässigt. Optisch am schönsten wirkt ein etwas kürzeres
Fell, da so die Zeichnungsmerkmale gut zur Geltung kommen. Das Durchschnittsfell beim
Riesenscheckenkaninchen erreicht 13,5 Punkte. Wer auf Ausstellungen den Vergleich mit
anderen Tieren sucht, sollte bedenken, dass ein 14er Fell in der Zuchtgruppe gegenüber
einem 13,5er Fell 2 Punkte Vorsprung bedeutet. Deshalb sollten Anstrengungen
unternommen werden, damit das Fell besser wird. Ist der Züchter in einer Gegend
beheimatet, wo überwiegend Reizklima vorherrscht, so wirkt sich dies auf die Felldichte
äußerst positiv aus. Bei vielen Rassen ist ein 14er Fell normal und ein 14,5er Fell nicht
selten. Dass ein 14,5er Fell auch für Riesenschecken erreichbar ist, zeigen viele
Ausstellungen der Scheckenclubs.

Die Kopfzeichnung
Die Nase wird von dem Schmetterling beidseitig bogenförmig eingefasst. Auf der Mitte des
Nasenrückens befindet sich leicht abgerundet ein Dorn. Wenn der Dorn fehlt, handelt es
sich um einen schweren Fehler. Insgesamt betrachtet bereitet der Schmetterling
einschließlich Dorn selten züchterische Probleme, soweit es sich um den Oberkiefer
handelt. Mehr Schwierigkeiten bereitet die Unterkiefereinfassung. Der Schmetterling soll
den Unterkiefer auf beiden Seiten schmal einfassen. Seit einigen Jahren ist die einseitig
fehlende Unterkiefereinfassung nur noch ein leichter Fehler. Trotzdem sollten die
Zuchttiere über eine breite Unterkiefereinfassung verfügen, denn es wird bei der
Nachzucht eher weniger als mehr. Dass eine solche Verpaarung zur geschlossenen
Unterkiefereinfassung führt, was ein Ausschlussfehler ist, kommt sehr selten vor. Ist die
Einfassung etwas schmal, sollte man deswegen nicht unter 14 Punkte in der Bewertung
geben, denn man sollte beim Bewerten dem enorm hohen Schwierigkeitsgrad dieser
Zucht gerecht werden. Die Unterkiefereinfassungen werden zu oft unterschiedlich
bewertet. Hier sollten sich die Preisrichter im Interesse der gleichmäßigen Bewertung
absprechen, damit insbesondere Jungzüchter durch die unterschiedlichen Beurteilungen
nicht verunsichert werden. Die Preisrichter sollten diesen Bericht zum Anlass nehmen, das
Problem Unterkiefereinfassung zu erörtern.

Die Augen werden von den Augenringen umschlossen. Diese passen sich der Form des
Auges an und sind etwas oval. Die Augenringe werden gleichmäßig breit und ohne Zacke
gewünscht. Da fast alle Schecken zu dieser Zacke neigen, ist es nicht ganz einfach, die
Augenringe zackenlos zu züchten. Wer dennoch den geschlossenen Augenring gezüchtet
hat, bekommt nicht selten Probleme mit zu groben Augenringen, welche gern mit
Ohrenansatz, Backenpunkt oder Schmetterling in Berührung kommen. Durch Geschick bei
der Auswahl der Zuchttiere gepaart mit etwas Glück ist es möglich, den Augenring
wunschgemäß zu züchten. U.a. wird ein kleiner, ovaler Augenring (eventuell auch ohne
Zacke) erreicht, wenn ein Weißling in die Zucht eingesetzt wird.

Ein weiteres Zeichnungsmerkmal sind die Backenpunkte. Sie stehen völlig frei unter den
Augenringen. Hierbei ist es unerheblich, ob sie rund oder länglich sind. Schöner ist es
aber, wenn beide die gleiche Form haben. Wobei längliche Backenpunkte bei der
Nachzucht eher zu hängenden Backenpunkten führen als runde.
Letztlich gehören die farbigen Ohren zur Kopfzeichnung. Der Ohrenansatz sollte an der
Ohrwurzel scharf abgegrenzt sein. In der Regel wird man von zwei Elterntieren mit
sauberen Ohrenansätzen auch Nachkommen mit sauberen Ohrenansätzen bekommen.
Weiße Flammen und Spritzer am Kopf vererben sich weiter. Züchterisch ist es einfacher,
eine saubere Kopfzeichnung als eine schöne Punktzeichnung im Zuchtstamm zu festigen.

Die Rumpfzeichnung
besteht aus dem Aalstrich und der Seitenzeichnung. Der Aalstrich beginnt im Nacken und
läuft über den Rücken als ca. 3 cm breiter Streifen bis zu Blumenspitze. Oft zeigt sich der
Aalstrich am Anfang und vor der Blumenspitze etwas dünner.

Die Seitenzeichnung besteht aus einer Gruppe freistehender Punkte von etwa 3 cm
Durchmesser, auf Flanke und Hinterschenkel beidseitig möglichst gleichmäßig verteilt. Auf
beiden Seiten werden etwa 6 bis 8 Punkte gewünscht. Vorhandene Punkte an Brust,
Bauch und Läufen bleiben unberücksichtigt. Die Zuchttiere sollten freistehende Punkte
haben oder zumindest aus schönen Zeichnungslinien abstammen. Tiere, die an der
Bauchunterseite in Höhe der Zitzen beidseitig gleichmäßige Punkte aufweisen,
versprechen als Nachzucht Tiere mit feiner Punktzeichnung. Sind die Bauchseiten
verschieden stark gepunktet, so fallen eher Tiere mit ungleicher Seitenzeichnung. Oft hat
sich schon gezeigt, dass zwei Elterntiere mit sehr guter Seitenzeichnung nicht ein
Ausstellungstier bringen, dagegen wurden schon schöne Seitenzeichnungen erzielt, wenn
Extreme verpaart wurden, d.h. „wenig Seitenzeichnung x vollgezeichnete Tiere“. Trotzdem
ist die Seitenzeichnung vom Züchter sehr schwer zu beeinflussen. Eventuell kann man bei
entsprechenden Ausgangstieren die Zeichnungsanlage durch eine mäßige Linienzucht
etwas steuern. Vielen Züchtern ist es schon gelungen, Tiere mit 15er Seiten zu züchten.
Sie sind der Lohn der züchterischen Arbeit. Manipulationen an den Zeichnungsmerkmalen
von Neugeborenen sollten aus Gründen des Tierschutzes und des „Fair Play“
unterbleiben.

Die Farbe
Die Grundfarbe der Deck- und Unterfarbe ist ein reines Weiß. Die Farbenschläge
Schwarz/Weiß und Blau/Weiß werden gezüchtet. Die Zeichnungsmerkmale sollen rein und
nicht mit andersfarbigen Haaren durchsetzt sein. Bei schwarz-weißen Tieren sind die
Augen brau, bei den blau-weißen blaugrau. Die Krallen sind farblos (weiß).

Um ein intensives Schwarz zu erhalten, wird manchmal empfohlen, eine schwarze Häsin
einzusetzen, damit die schwarze Farbe nicht verblasst. Dies kann aber nur gelten, wenn
die Häsin viel Farbstoff besitzt, dies gilt aber auch für Typenschecken. Schwarze Tiere mit
weißdurchsetzten Ohren bzw. weißdurchsetztem Fell bringen keine Farbverbesserung.
Insofern kann zwischen schwarzen Tieren und Schecken keine generelle Unterscheidung
getroffen werden. Farblich einwandfreie Tiere erkennt man an dem intensiven Schwarz
der Blumenoberseite und an den schwarzen Ohrrändern. Erst die sehr gute Farbe bringt
dem Riesenschecken-Kaninchen die vollendete Schönheit. Da man durch das
Schaufertigmachen Möglichkeiten hat, auf diesem Gebiet züchterische Versäumnisse zu
beheben, wird der Farbe nicht immer die entsprechende Aufmerksamkeit geschenkt. Bei
der Bewertung sollten m.E. Kaninchen mit starker Pigmentierung aber leicht durchsetzten
Zeichnungsmerkmalen besser abschneiden, als Tiere mit schwacher Pigmentierung, die
aber hervorragend getupft sind. Denn die Pigmentierung bleibt, aber die weißen Haare
kommen wieder.

Das Schaufertigmachen
ist oft für Kaninchen und Züchter eine Qual. Deshalb sollte man sich hierbei auf die
wesentlichsten Punkte beschränken. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Tiere,
die auf Ausstellungen zum Verkauf angeboten werden nicht zu sehr frisiert sein dürfen, da
sich ansonsten der Käufer später über auftretende Spritzer ärgern kann. Bei der
Bewertung sollte mehr der züchterische Erfolg als Frisörtalent bewertet werden.

Die Zucht
bei den Deutschen Riesenschecken ist relativ problemlos. Die Häsinnen nehmen
allgemein leicht auf und ziehen die Jungtiere problemlos groß. Leider kommt der Züchter
nicht immer an der Verringerung des Wurfes vorbei. Trotzdem sollten der Häsin 6 bis
8 Jungtiere belassen werden, auch wenn nicht alle ausgestellt werden können.
Wenigstens alle Schecken sollte man aufziehen lassen, auch wenn das Platzprobleme
gibt. Immerhin kann man die weniger guten Schecken mit 5 bis 6 Wochen an Halter billig
abgeben oder mit 14 bis 16 Wochen schlachten.

Anschließend möchte ich nochmals erwähnen, dass bei der Verpaarung von zwei sehr
guten Formen oder Fellen die Nachzucht in diesen Positionen einigermaßen gefestigt ist.
Dann kann man die Verbesserung von Rassemerkmalen in Angriff nehmen. Hier bin ich
dagegen der Meinung, dass bei der Verbesserung der Zeichnungsmerkmale eher eine
Ausgleichspaarung Erfolg bringt. Wer Tiere von 95 Punkten ausstellt kann zufrieden sein.
Werden es mehr, dann umso besser. Die eigene Erwartungshaltung sollte nicht zu hoch
sein, dann kann man sich auch noch über kleine Erfolge freuen. Die Problematik des
Zusammenstellens von Zuchtpaaren unterscheidet den Halter vom Züchter. Hier hat es
der Halter einfacher, aber dafür ist die Freude des Züchters größer, wenn er mit seiner
Paarung den gewünschten Erfolg erzielt.

Obwohl nicht alle Leser meine Meinung teilen werden, wünsche ich allen gute
Zuchterfolge und Freude an den selbst gezogenen Deutschen Riesenschecken-
Kaninchen.

Rassebeschreibung mit freundlicher Genehmigung des KZV RN2 Montabaur
Text: Joachim Heidrich, Dreisbach
KZV RN2 Montabaur u.U